Was würdest du riskieren, um frei zu sein?
Eine Frau, erfolgreiche Anwältin in der Hauptstadt, beschließt nach zwanzig Jahren Ehe, ihre Familie zu verlassen, um sich selbst auf die Probe zu stellen, neu zu leben, nur noch zu schreiben, neu zu lieben – oder auch gar nicht mehr zu lieben, sondern nur zu begehren. Der Preis für diese »Selbstenteignung«: Ihr Mann trennt sie gewaltsam von ihrem gemeinsamen achtjährigen Sohn und zettelt einen Sorgerechtsstreit unter Vorspiegelung falscher Tatsachen an. Die Erzählerin ist starr vor Schmerz, erkämpft sich mit manisch betriebenem, täglichen Schwimmtraining körperliche Stärke und einen seelischen Gefühlspanzer. Sie kämpft um ihren Sohn, der sich immer weiter von ihr entfernt, taumelt zwischen einer Vielzahl von Gefühlen: Wut, Angst, dem Verlangen nach unverbindlichem Sex und dem Bedürfnis nach engeren Verbindungen, einer tiefen inneren Leere und zugleich einer nie zuvor gekannten Freiheit. Die Autorin Constance Debré geht hart ins Gericht mit gesellschaftlichen Normen und mit sich selbst. Felicitas Brucker setzt als Regisseurin nach Nora, Die Freiheit einer Frau und Baumeister Solness ihre leidenschaftliche Auseinandersetzung mit den Widersprüchen weiblicher Lebensentwürfe fort und interpretiert Love me tender mit einer starken Performance für drei besondere Schauspielerinnen und (Live)-Video.
Mit Katharina Bach, Jelena Kuljić, Annette Paulmann
Regie: Felicitas Brucker
Weitere Termine finden Sie in unserem Veranstaltungskalender sowie auf der Website der Münchner Kammerspiele.
