Volker Demuth liest aus »Niederungen und Erhebungen« in Friedrichshafen

09.12.2019 20:00, Kiesel im K42, Friedrichshafen

Der einzigartige literarische Versuch, das Vergehen der Zeit im Spiegel der Geschichte erfahrbar zu machen

Ein Bauernhof, eine Kleinstadt, ein Haus am Fluss, eingebettet in das durch Eiszeitgletscher geformte Geländeprofil Süddeutschlands. Sie bilden den Erfahrungsraum dieser autobiografischen Erzählung, in dem sich die deutsche Geschichte spiegelt. Die äußere Gegend wird dabei zur inneren Landschaft. Aufgewachsen in einem Landstrich, der lange nicht alles preisgegeben hat, was im Nationalsozialismus etwas gegolten hat, vor allem Zucht, Unterordnung und Gehorsam, sind es besonders ältere Geschichten, die sich in der Landschaft wie im eigenen Leben Volker Demuths eingelagert haben, Geschichten von Aufbegehren, Freiheitsdrang und einem schwierigen Glück. Vom Bauernkrieg des 16. Jahrhunderts über den Zweiten Weltkrieg und die Adenauer-Zeit bis in die globalisierte Gegenwart führt die literarische Reise durch Erinnerungen, Bedeutungen und Mythen. Die Lebensorte werden dabei zum Fahndungsraster einer schmerzlichen und zuletzt befreienden Spurensuche und dem Versuch einer Antwort auf die Frage, wo man hingehört und wer man ist.

»Ein packender autobiographischer Text, der ganz und gar authentisch wirkt und durchaus neben Walter Benjamins Bericht ›Berliner Kindheit um 1900‹ bestehen kann. Seinen ›Gedächtnisstaub‹ ausbreitend betreibt Volker Demuth seine ›Archäologie des Abwesenden‹. Demuth gelingt es überzeugend, indem er bemerkenswert offen von seinen Erfahrungen spricht, das kollektive Geschick seiner Generation der in den 1950-1960er Jahren Geborenen aufzurufen.«
– Rainald Simon, Fixpoetry

Eintritt: 5,- €

Ort

Kiesel im K42
Karlstraße 42
88045 Friedrichshafen