Des Menschen Element

Des Menschen Element
Des Menschen Element

Reihe: DAAD Spurensicherung
156 Seiten, Gebunden mit Schutzumschlag

Übersetzung: Uta Gosmann, Marie Luise Knott

Erschienen: 2017
ISBN: 978-3-95757-389-6
Preis: 26,00 €

»Bei der Hand hat sich nichts geändert. Schlägt ihre Stunde, ist sie folgsam und gefällig«, heißt es auf den ersten Seiten von Ellen Hinseys Gedichtband Des Menschen Element, der eine Reise in die Abgründe des menschlichen Daseins wagt und in kristallklarer, fein ausbalancierter Sprache unserer düsteren, von Unfrieden, Gewalt und Populismus geprägten Zeit den Spiegel vorhält. Wie lange noch wird Kain seine Hand gegen Abel erheben, wirft Ellen Hinsey die Frage nach der Natur des Menschen auf. Für sie, die seit Jahren den prekären Transformationsprozess in Mittel- und Osteuropa verfolgt und eine profunde Kennerin der Philosophie, Theologie und Literatur von der Antike bis zur Gegenwart ist, rührt alles vom Unbehagen des Menschen an seiner Existenz her : vom Unbehagen, »in die Welt gewollt zu werden ohne unser Wissen« ; davon, dass der Mensch, um seines Unbehagens Herr zu werden, die Welt in Eigenes und Anderes, Eigenes und Fremdes aufspaltet, anstatt mit dem vorsokratischen Philosophen Parmenides anzuerkennen, dass alles ein Ganzes ist, »eins und zusammenhängend«.

Pressestimmen

SWR Bestenliste Juli/August 2017

»Hinsey verwebt Themen und Motive in einer unglaublichen Engführung, bleibt jedoch immer verständlich, immer ganz nahe an den Bedingungen des Menschen, die sie ausforscht.«
- Jürgen Brôcan, fixpoetry

»Ellen Hinsey schreibt über den Menschen in der Welt, verdichtet, konzentriert und philosophisch. Ihre Gedanken sind unbedingt lesenswert.«
- Marina Büttner, literaturleuchet

»Die Gedichte sind im Original auf Englisch und in einer herausragenden Übersetzung parallel auf Deutsch abgedruckt. Die Auseinandersetzung um Hass und Gewalt ist aktueller denn je und berührt zutiefst. Nominiert auf der SWR-Bestenliste ist dieser Band [...] eine Bereicherung für jeden Lyrikbestand.«
- Cornelia Jetter, ekz

»Häufig versieht Ellen Hinsey ihre in einen Satz gefassten Thesen oder Gedankensplitter mit Überschriften wie Definition oder Klarstellung,[...]. Nichts erinnert hier mehr an ein klassisches Gedicht. An die Stelle von Reim und Rhythmus tritt eine akribische Gliederung unter Einsatz von kursiv und fett gesetzter Schrift, von römischen und lateinischen Ziffern, von Buchstaben und geschweiften Klammern - bis hinunter zum einzelnen Satz. Erstaunlicherweise erzeugt diese Wissenschafts-Mimikry eine enorme formale wie inhaltliche Kompression. Den Gedanken dieser dichterischen Prosa verleiht sie etwas Zwingendes.«
- Brigitte van Kann, Deutschlandfunk

»Dies ist keine littérature engagée, aus der sich Handlungsanweisungen ergeben, aber eine Literatur, die weiß, dass sie dem Gemetzel dieser Welt standhalten muss.«
- Gregor Dotzauer, Der Tagesspiegel

»Alles darin ist durch radikale Entschlackung hochverdichtet. Ihr genügt ein Wort, eine Wendung, um die Lügen der Geschichte, den dünnen Mantel der menschlichen Zivilisation zu entlarven[...]«
- Claudia Kramatschek, Deutschlandfunk Kultur