Exterritorium

Szenen vom Ende des Jahrtausends

Exterritorium
Exterritorium
Szenen vom Ende des Jahrtausends

Reihe: DAAD Spurensicherung
255 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag

Übersetzung: Aus dem Ungarischen von Akos Doma

Erschienen: 2007
ISBN: 978-3-88221-111-5
Preis: 18,80 €

Szenen vom Ende des Jahrtausends

Exterritorium liefert die schonungslose Chronologie eines unabwendbaren Krieges in unserer nächsten Nähe, vor den Augen Europas. Es ist keine Abrechnung, sondern ein Dokument, ein essayistisches Kriegstagebuch. »Szenen vom Ende des Jahrtausends« ist der Untertitel dieses Buchs, das László Végel während der Balkankriege in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts verfaßt hat. Darin nimmt er keine distanzierte Beobachterhaltung ein, sondern notiert den allgegenwärtigen Schrecken aus der Innenperspektive. Als Mitglied der ungarischen Minderheit in Serbien muß er erleben, wie seine serbischen Nachbarn zusehends einem nationalistischen Wahn verfallen. Die aktuellen Ereignisse liefern die Folie für biografische Rückblenden. Exterritorium erhielt 2003 in Ungarn die Auszeichnung »Buch des Jahres«.
»Der Krieg nimmt all jenen die Heimat, die nicht in diese oder jene Nationalgeschichte, in diese oder jene Gemeinschaft hineingeboren wurden. Wer aus der großen kollektiven Erzählung ausgestoßen, wer in Acht und Bann getan wurde, sich also seinen Verstand und seine Unabhängigkeit bewahrt hat, allein der besitzt noch Individualität. Doch dafür bezahlt er einen hohen Preis: Er verliert die Heimat.«


Pressestimmen

»Eindringlich«
Gudrun Brzoska, www.ungarische-literatur.eu, 13. Juni 2011


»László Végel schafft es in meisterhafter Art, Wissen und auch Empathie für die südosteuropäische Region beim Leser herzustellen. Seine Meisterschaft liegt darin, dass er die Kernelemente eines Sachbuchs mit den zentralen Elementen eines belletristischen Textes zu verbinden vermag. Végel ist zugleich Historiker, Philosoph, Psychoanalytiker und sprachgewandter Schriftsteller, dessen Stimme unter anderem deswegen so große Glaubwürdigkeit besitzt, weil er als in Nordserbien lebender Ungar Mitglied einer Minderheit ist. Zahlreich sind die Komponenten, die hier [im Konflikt zwischen Serbien und dem Kosovo] sowohl auf Ebene der Gesellschaft als auch im Privaten im Spiel sind, und Végel gelingt es, sie alle überaus eindringlich darzustellen. Végel wurde in Ungarn für ›Exterritorium‹ bereits mit dem Buchpreis des Jahres 2003 ausgezeichnet. Durch die deutsche Übersetzung ist der Text nun auch im Westen zugänglich.«
Eve-Marie Kallen, Südosteuropa Mitteilungen, Juni 2009


»Es ist ein Buch, das mit der politischen Entwicklung Serbiens hart ins Gericht geht und anhand konkreter Erfahrungen und Schicksale aufzeigt, welche zerstörerische Kraft die Allianz von Angst und Nationalismus mit sich bringt. (E)in entschiedener Protest gegen ein politisches System, das er (der Autor) kompromisslos ablehnt.«
Franz Gmainer-Pranzl, Polylog, 20/2008


»László Végel zählt zu den großen Autoren der Vojvodina. Als Angehöriger der ungarischen Minderheit in der serbischen Stadt Novi Sad hatte er einen besonders feinen Blick auf die Veränderungen im Vorfeld des Kosovokrieges 1999.«
Elisabeth Zoll, Südwest Presse, 10. Juli 2008


»Der in Novi Sad lebende Végel, Jahrgang 1941, war im deutschen Sprachraum dagegen bisher unbekannt. Es ist gut und richtig, dass dies künftig wohl nicht mehr der Fall sein wird.«
Michael Martens, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Juni 2008


»(E)in polemisches, weil aus leidvoller Erfahrung gewonnenes Bild vom Leben in einer Stadt, deren Schriftsteller häufig mehr oder weniger aus der Not der nationalen Zerwürfnisse heraus Weltliteratur schreiben lernten.«
Bert Rebhandl, Der Standard, 13. Mai 2008


»In den essayistischen Aufzeichnungen von ›Exterritorium‹ unternimmt Végel eine so scharfsinnige wie beängstigende tour de force durch den nationalistischen Wahnsinn. ›Exterritorium‹ erlaubt unglaubliche Einsichten in das kollektive Bewusstsein. ›Exterritorium‹ erzählt auch von einer unerträglichen Einsamkeit.«
Jörg Plath, DeutschlandRadio Kultur, 31. März 2008


»Végels Analyse des in das Opfertum vernarrten serbischen Nationalismus ist gewiss ebenso richtig wie seine Trauer um jene pannonische Vielfalt echt ist, deren Hüter er sein wollte und von der er einer der letzten Zeugen geworden ist.«
Karl-Markus Gauß, Neue Zürcher Zeitung, 09./10. Februar 2008


»›Exterritorium‹ ist eine einzige Klage um ein anderes Novi Sad, das nicht von den Nato-Bomben zerstört wurde, sondern in deren multinationale Kultur das Gift des Nationalsozialismus träufelte.«
Franz Gmainer-Pranzl, Polylog, 20/2008
  • László Végel